4 – Hermine

Endlich war Montag. Während die meisten Schüler ganz froh gewesen waren, dass die Anreise auf einen Freitag gefallen war und sie erst ein ruhiges Wochenende in Hogwarts genießen konnten, platzten die Erstklässler vor Neugier auf richtigen Unterricht. Folgerichtig gehörten sie alle zu den Ersten, die sich am Montagmorgen lachend, schwatzend und ein bisschen hippelig zum Frühstück in der Großen Halle einfanden. Da sie auch als erste damit fertig waren und die verbleibende Zeit bis zum Unterrichtsbeginn mit aufgekratztem Geplauder überbrückten, herrschte unter dem Orangerosa der Saaldecke, die genau wie die Morgenröte draußen aussah, ein Höllenlärm, der den älteren Schülern sichtlich auf die Nerven ging. So war es seit Menschengedenken an jedem ersten Unterrichtstag eines Schuljahrs gewesen. Sie stellten sich darauf ein, indem sie so spät wie möglich zum Frühstück erschienen.

Als sie davon ausgehen konnte, dass die Schüler einigermaßen vollzählig versammelt waren, betrat Professor McGonagall die Große Halle, legte einen großen Stapel Pergamentbögen auf einen der Tische und schwang mit lässiger Eleganz ihren Zauberstab darüber. Sofort flatterten die Pergamente wie ein Vogelschwarm auf, und jedes suchte sich seinen Empfänger.

Albus war fast feierlich zumute: Er hatte seinen ersten Stundenplan als Hogwarts-Schüler in Empfang genommen. Er kostete den erhabenen Moment ein wenig aus, dann vertiefte er sich darin. Welche Fächer er haben würde, glaubte er bereits zu wissen, ihn interessierte eher, mit wem er sie haben würde. Es war üblich, dass je zwei Häuser gemeinsam Unterricht hatten, zumindest in manchen Fächern, und das Wochenende hatte ihn in seinem Zorn auf die Gryffindors bestärkt (ein wenig auch in seiner Furcht vor ihren Hänseleien, aber das hätte er nie zugegeben), und zwar so sehr, dass er hoffte, möglichst wenig mit ihnen zu tun zu haben. Er wollte Rose einfach nicht sehen, die Enttäuschung saß zu tief.

Er murmelte vor sich hin: „Also, Montag beginnt mit zwei Stunden Zaubertränke, och nööööö, gleich mit den Gryffindors! Dann zwei Stunden Kräuterkunde mit den Ravenclaws, das geht. Dann Mittag, dann Muggelkunde…“

Albus stutzte, blickte auf und las es dann noch einmal: „Muggelkunde?“

Scorpius, der neben ihm saß, war offenbar gerade an derselben Stelle angekommen. Beide sahen einander verdutzt an.

„Das gab es doch noch nie als Pflichtfach, schon gar nicht ab der ersten Klasse“, ereiferte sich Albus.

„Äh, doch“, grinste Scorpius, „unter Voldemort gab es das schon einmal. Vielleicht möchte deine Tante in seine Fußstapfen treten.“

Albus lehnte sich zu ihm, bis ihre Nasenspitzen nur noch Zentimeter voneinander entfernt waren, und sah ihm finster in die Augen:

„Wenn du mein Freund bleiben willst, sprich nie wieder so über Hermine! Haben wir uns verstanden?“

„Schulligung, war nur’n Witz.“

„Außerdem steht gar nicht fest, dass es vom Zaubereiministerium stammt. Es könnte ebenso McGonagalls Entscheidung gewesen sein“, fügte Albus hinzu, aber irgendwie glaubte er es nicht. Er würde Roy fragen, der war bestimmt gut informiert.

Einige Plätze entfernt sah er ihn sitzen. Roy sah sehr ernst, fast versteinert, auf ein Pergament in seiner Hand, das kein Stundenplan zu sein schien, und das er dann umständlich zusammenrollte. Vielleicht war jetzt kein passender Moment, ihn zu fragen, es war ja auch nicht wirklich dringend.

Der verzauberte Himmel über ihnen verdunkelte sich, die Eulen brachten die Tagespost. Die meisten Briefe stammten von Eltern und waren an Erstklässler adressiert. Albus‚ Athena landete etwas tollpatschig vor ihm, wobei sie eine Tasse umwarf, die gottlob leer war. Dann ließ sie sich zur Belohnung ausgiebig kraulen, wartete geduldig, bis Albus ihr den Brief abgenommen hatte, pickte den Rest einer Bratwurst von seinem Teller, breitete ihre Schwingen aus und flog Richtung Eulerei davon. Albus‚ Hände zitterten ein wenig, als er den Brief öffnete.

Guten Morgen Albus,

herzlichen Glückwunsch zu der freundlichen Aufnahme, die du bei den Slytherins gefunden hast. Überrascht waren wir natürlich schon, aber nicht schockiert. Schon bei deinem Vater hat der Sprechende Hut damals zu Slytherin tendiert, du bleibst der Familientradition also durchaus treu, auch wenn es auf den ersten Blick nicht so aussieht.

Wir selbst hatten in unserer eigenen Schulzeit große Probleme mit den Slytherins, aber das hatte etwas mit der damaligen Situation zu tun und sollte Schnee von gestern sein. Der Sprechende Hut hat dich in ein Haus mit großer Tradition geschickt. Wir sind sehr stolz auf dich und glauben, dass du für Slytherin ein großer Gewinn bist und ihm Ehre machen wirst. Sicherlich ist dort manches anders als in Gryffindor, aber das heißt noch lange nicht, dass es schlechter sein muss.

Die Gryffindors werden es schon verdauen. Ein bisschen traurig sind wir schon, dass unser altes Haus und sogar James und Rose sich als so schlechte Verlierer gezeigt haben, aber für sie war es eben doch ein Schock. Lass ihnen Zeit, ihn zu verarbeiten. Wir werden uns nicht einmischen, weil wir darauf vertrauen, dass sie von sich aus zur Einsicht kommen werden, und dass elterliche Ermahnungen dabei eher stören.

Wirklich verblüfft hat uns das mit der Schlange. Es ist in der Tat so, dass man als Parselmund selbst nicht unterscheiden kann, ob man Parsel oder Englisch spricht oder hört. Wenn du die Schlange wirklich verstanden hast, die anderen aber nur ein Zischen gehört haben, spricht viel dafür, dass du tatsächlich Parsel beherrschst. Eine Erklärung dafür haben wir nicht, weil dein Vater diese Fähigkeit nicht von seinen Eltern geerbt hat und deshalb normalerweise auch nicht weitervererben kann. Sie war ein unfreiwilliges Geschenk von Voldemort. Dass man Parsel an seine Kinder weitergeben kann, ohne es selbst geerbt zu haben, ist unseres Wissens bisher nicht bekannt. Vielleicht wird sich einmal ein Wissenschaftler bei dir melden, um dieses Phänomen genauer zu erforschen.

Jetzt aber viel Freude bei Deinem ersten Unterrichtstag!

Es lieben und umarmen dich

Papa und Mama

 

An den Handschriften erkannte Albus, dass sie die Absätze dieses gemeinsamen Briefes abwechselnd geschrieben hatten.

Ich wusste es! dachte Albus und war auf seine Eltern mindestens ebenso stolz wie sie auf ihn.

Es wurde Zeit, zum Klassenraum zu gehen, den Rest des Stundenplans würde er später studieren müssen. Inmitten der aus der Großen Halle strömenden Schülerschar gewahrte er Roy und kämpfte sich zu ihm durch.

„Sag mal, weißt du, wer veranlasst hat, dass wir in der Ersten Muggelkunde als Pflichtfach haben?“, wollte er wissen.

„Ausgerechnet du fragst mich das?“, gab Roy verwundert zurück. „Deine Tante natürlich.“

Es war schwer, sich bei dem Gedränge und dem Lärm zu unterhalten. Albus war froh, dass Roy nicht wieder „Hermie“ gesagt hatte. Er hätte sich wahrscheinlich nicht getraut, ihn so anzufauchen wie Scorpius, aber einfach hinnehmen hätte er es auch nicht können.

„Was war das eigentlich für ein Pergament, das du vorhin so angestarrt hast?“, rief Albus über den Lärm hinweg. Sie waren an einem Aufgang angekommen, an dem Treppen in entgegengesetzte Richtungen führten und ihre Wege sich trennten, aber das wollte Albus doch noch wissen.

„Die Schulleiterin hat mich in ihr Büro zitiert. Riecht nach Ärger.“

„Reife Leistung, so früh im Schuljahr!“, rief Albus keck.

Roy grinste und drohte ihm scherzhaft mit der Pergamentrolle. Dann ließen sie sich vom Strom ihrer Mitschüler verschiedene Treppen hinaufziehen.

 

***

 

„Sie wollten mich sprechen, Frau Ministerin?“

„Ja, Dagobert, nehmen Sie bitte Platz.“

Dagobert Higrave, Abteilungsleiter für Hogwarts-Angelegenheiten, setzte sich folgsam auf den ihm zugewiesenen Stuhl gegenüber dem Ministerschreibtisch. Er war schon weit in den Siebzigern, ein freundlicher alter Herr, dessen Glatze von den ergrauten Resten früherer Haarpracht mehr betont als verdeckt wurde.

Die Higraves waren eine jener Beamtendynastien, die das eigentliche Rückgrat des Magischen Staates bildeten: ein angesehenes Haus, aber keines, dessen Söhne nach einem Platz in der Geschichte strebten. Sie waren gut damit gefahren: Nie waren sie so hoch gestiegen wie die Malfoys, aber auch nie so tief gestürzt wie die Blacks.

Mehr als einmal war Dagobert Higrave sogar als Zaubereiminister im Gespräch gewesen, bezeichnenderweise immer dann, wenn ein Kompromiss- oder Übergangskandidat gefragt war, dem man zutrauen konnte, die Staatsangelegenheiten sorgsam zu verwalten, bis die Machtkämpfe zwischen den ehrgeizigeren Magiern entschieden sein würden. Higrave hatte es stets verstanden, solche Avancen abzubiegen und Andere vorzuschicken.

Als Königsmacher hatte er seine Qualitäten, aber selbst erster Mann des Staates sein, das wollte er nie. Nicht aus Mangel an Ehrgeiz, sondern weil er wusste, dass kein Minister länger als ein paar Jahre im Amt blieb, ein Beamter aber, der es einmal zum Minister gebracht hatte, danach aufs Altenteil musste und nie wieder im Ministerium arbeiten würde.

Higrave aber liebte das Ministerium. Er liebte die unaufgeregte Nüchternheit seiner Arbeit, mit der er und seine Kollegen Entscheidungen vorbereiteten, Gesetze verabschiedungsreif machten, hier und da kleine Reformen anregten, um überholte Regelungen anzupassen. Er hätte es nie zugegeben, aber was er besonders liebte, war jener gewisse lustvolle Kitzel des Bescheidwissens über Hintergründe, über die normale Zauberer, die auf den Tagespropheten angewiesen waren, bestenfalls – und dann meist falsch – spekulieren konnten.

Er hatte schon viele Minister kommen und gehen sehen und sich jedem unentbehrlich gemacht. Er verstand sie zu nehmen. Er wusste, dass es verschiedene Arten von Ministern gab, und von Higrave bekam jeder, was er wollte. Am liebsten waren ihm die bloßen Amtsinhaber, die den Glanz und die öffentliche Aufmerksamkeit genossen, in der Sache aber wenig Gestaltungswillen hatten und froh waren, wenn ihre Beamten ihnen entscheidungsreife Vorlagen auf den Tisch legten.

Freilich kam er auch mit dem anderen Typus, den dynamischen, ehrgeizigen Machern gut aus, die eigene Visionen entwickelten und forsch auf ihrer Umsetzung bestanden. Man konnte sie nicht lenken wie die Amtsinhaber, wusste aber nach einer gewissen Eingewöhnungsphase, woran man bei ihnen war, worauf es ihnen ankam und welche Art von Zuarbeit sie schätzten. Redeentwürfe für solche Minister zu schreiben, konnte allerdings knifflig sein. Higrave hatte sich im Lauf der Jahrzehnte ein persönliches Archiv mit alten Reden von Ministern und hohen Ministerialbeamten zusammengestellt, aus dem er sich bei Bedarf bediente. Wer merkte schon, dass eine Rede vor zwanzig Jahren schon einmal gehalten worden war? Der Typ des Amtsinhabers las seine Rede ab und war zufrieden. Der Typ des Machers war anspruchsvoller, bei solchen Ministern hatte Higrave sich angewöhnt, maximal ein Drittel ihrer Reden mit recycelten Phrasen und Textbausteinen zu füllen und ihnen im Übrigen stets gut zuzuhören, um ihre Reden jederzeit mit den von ihnen gewünschten Gedanken zu füllen.

Hermine Granger-Weasley, die seit etwas mehr als einem Jahr an der Spitze des Ministeriums stand, gehörte ganz entschieden zu diesem zweiten Typ. Gleich bei ihrer Antrittsrede vor den Mitarbeitern des Hauses hatte sie unmissverständlich klargemacht, dass sie zu einem energischen Reformkurs entschlossen war. Sie wollte, wie sie sagte, „alte Zöpfe abschneiden“ und „zu neuen Ufern aufbrechen“. Die Rückständigkeit der magischen Welt überwinden, gerade durch Öffnung gegenüber der Muggelwelt, das war ihre große Vision, die sie vom ersten Tag an in kleinen, aber gezielten strategischen Schritten verfolgte.

Im Ministerium machte sie sich damit nicht nur Freunde. Mancher ehrwürdige Beamte, der höflich, aber nachdrücklich Bedenken gegen ihren schwungvollen Kurs anmeldete, sah sich abgekanzelt oder auf einen unbedeutenden Posten abgeschoben und musste zusehen, wie einer von Hermines glühenden Anhängern – denn die gab es durchaus – seinen Platz einnahm. An der Person der Ministerin schieden sich die Geister: Die einen, vor allem ehrgeizige jüngere Beamte, fanden sie dynamisch und modern, die anderen rücksichtslos und arrogant.

Higrave freilich hatte nicht vor, die energische junge Ministerin durch allzu viel Widerspruch gegen sich aufzubringen. Auch er formulierte bisweilen Bedenken, aber stets so, dass Hermine seine Einwände als konstruktiv auffassen konnte. So fiel die Wahl wie von selbst auf ihn, als Hermine einen Leiter für die neugeschaffene Hogwarts-Abteilung benötigte. Dass er, wie alle Higraves, ein Slytherin war, war dabei sogar eher eine Empfehlung als ein Makel, war er doch durch seine Enkelin über viele Interna dieses Hauses auf dem Laufenden, das in Hermines Augen besonders problematisch, aber gerade deshalb auch besonders wichtig war.

„Mir liegt McGonagalls Bericht vor“, begann sie die Unterredung, „dass der Sprechende Hut Bernard Wildfellow abgelehnt und seine Rückführung in die Muggelwelt empfohlen hat.“

„Ja, aber die Schulleiterin hat ihn dann dem Haus Hufflepuff zugewiesen.“ Patricia hatte ihren Großvater sofort informiert. „Damit dürfte das Problem gelöst sein.“

„Für diesen konkreten Fall vielleicht, aber wenn dergleichen in Zukunft öfter vorkommen sollte, wäre der Eindruck verheerend“, antwortete Hermine scharf. „Und ich habe nicht vor, mir meine Politik von einem alten Hut vorschreiben zu lassen, der noch dazu seine Kompetenzen überschreitet. Er hat nicht zu entscheiden, wer nach Hogwarts kommt – das obliegt dem Ministerium –, sondern nur, in welches Haus die vom Ministerium ausgewählten Schüler kommen.“

„Wahrscheinlich“, formulierte Higrave vorsichtig, „glaubte der Sprechende Hut gute Gründe für seine Empfehlung zu haben. Vielleicht verfügt der junge Mister Wildfellow in seinen Augen nicht über das nötige magische Talent…“

„Papperlapapp“, unterbrach ihn die Ministerin forsch, „zaubern kann man lernen! Wenn man in der magischen Welt endlich die Erkenntnisse der modernen Wissenschaft zur Kenntnis nehmen würde, dann wüsste man auch hier, dass es so etwas wie angeborenes Talent nicht gibt. Es gibt ja nicht einmal angeborene Geschlechter.“

„Äh, wie?“, fragte Higrave irritiert.

Hermine stieß einen genervten Seufzer aus.

„Was es gibt“, dozierte sie, „sind soziale Konstrukte, Stereotype und Rollenzwänge, zu denen auch die Vorstellung vom ‚angeborenen‘ Talent gehört, das Nichtmagiern angeblich fehlt. Es gibt überhaupt keinen Grund, sogenannten Muggeln magische Fähigkeiten von vornherein abzusprechen. Wenn sie sie nicht haben, dann nur deshalb, weil ihnen nie die Chance gegeben wurde, sie zu entwickeln.“

„Darf ich fragen, Frau Ministerin, woher Sie das wissen?“

„Das ist Stand der Wissenschaft“, beschied Hermine ihn knapp. „An Wildfellow werden wir demonstrieren, dass auch nichtmagisch befähigte Menschen bei entsprechender Unterweisung Zauberer werden können.“

„Es wird zweifellos sehr interessant sein, dies herauszufinden“, sagte Higrave höflich.

„Dagobert, ich fürchte, Sie verstehen mich nicht ganz.“ Hermine war verärgert. Higrave war zuverlässig und loyal, schien ihr aber doch ziemlich begriffsstutzig. „Es gibt hier nichts herauszufinden, nur zu beweisen. Und da es ohnehin ein Unding ist, dass ein Hut ohne jede wissenschaftliche Ausbildung über die Zukunft junger Menschen entscheidet, hat der Sprechende Hut ausgedient. Ab dem nächsten Schuljahr wird die Verteilung der Schüler auf die Häuser von einer Kommission des Ministeriums vorgenommen. Bereiten Sie unter strengster Geheimhaltung einen entsprechenden Gesetzentwurf vor. Das Gesetz wird in den kommenden Sommerferien erst in letzter Minute in Kraft gesetzt. Das wäre dann für heute alles. Danke, Dagobert.“

 

***

 

Roy stand vor der magischen Wand, hinter der sich der Aufgang zu McGonagalls Büro befand. Er zückte seinen Zauberstab und murmelte „Accio Büroglocke“. Dumbledores alter Wasserspeier, der früher als Türwächter gedient hatten, war vor neunzehn Jahren in der Schlacht um Hogwarts beschädigt und danach entfernt worden. McGonagall hatte sich ein einfacheres System ausgedacht. Wer zu ihr wollte, musste einfach die Büroglocke betätigen. Sie hing an einer magischen Schnur und konnte deshalb dem Aufrufezauber nicht folgen und dem Zauberer in die Hand fliegen, aber sie bewegte sich unter einem leisen Klingeln. McGonagall würde nun mit einem Petrinvisibila-Zauber alle steinernen Gegenstände in der Nähe, also auch die Wände und Böden, für sich unsichtbar machen und sehen können, wer unten stand.

Einige Sekunden später glitt die magische Wand unter polternden Geräuschen auseinander und gab damit die Wendeltreppe zum Büro der Schulleiterin frei. Roy holte tief Luft und ließ sich von der Treppe, die einer helixförmigen Rolltreppe nicht unähnlich war, nach oben ziehen. Als er vor der Tür stand, öffnete diese sich, bevor er klopfen konnte, und er trat ein.

McGonagalls Gesicht war undurchdringlich. „Setzen Sie sich, MacAllister.“

Roy nahm Platz und sah ihr ins Gesicht.

„Ich habe Sie rufen lassen, weil Ihnen vorgeworfen wird, Ihre Pflichten als Vertrauensschüler verletzt zu haben.“

„Und diesen Vorwurf macht mir… Darf ich raten? Patricia Higrave?“

Vor Minerva McGonagall lag ein handgeschriebenes Schriftstück, das, der Schrift nach zu urteilen, von Patricia stammte.

„Das spielt keine Rolle, es geht allein um den Sachverhalt“, versetzte McGonagall kühl. „Trifft es zu, dass am Freitagabend im Gemeinschaftsraum von Slytherin das Wort ‚Schlammblut‘ gefallen ist?“

„Das stimmt.“

„Stimmt es auch, dass Sie sich explizit geweigert haben, den Vorgang der Schulleitung zu melden?“

„So ist es.“

„Und dies, obwohl Ihnen bekannt ist, das die Ministerialverordnung zur Bekämpfung diskriminierenden Verhaltens in Verbindung mit den Ausführungsbestimmungen für Hogwarts Ihnen eben diese Pflicht auferlegt?“

„Pflicht? Es kann keine Pflicht geben, Unrecht zu tun.“

„Ich glaube nicht“, sagte McGonagall, und ihre Stimme klang noch ein wenig strenger als sonst, „dass es Ihnen obliegt, darüber zu urteilen, was in einem solchen Zusammenhang Recht oder Unrecht ist. Die Bekämpfung solcher Ausdrücke liegt durchaus im Rahmen des Erziehungsauftrags und der Befugnisse der Schule.“

„Der Schule ja, aber nicht des Ministeriums. Korrigieren Sie mich bitte, wenn ich mich irren sollte, aber die Schulleitung soll doch jeden Vorgang dieser Art ans Zaubereiministerium melden. Oder?“

„Das ist Vorschrift“, erwiderte McGonagall knapp.

„Wie vertragen sich solche Vorschriften mit der Autonomie von Hogwarts?“

„Die Autonomie von Hogwarts ist durch Gesetz geregelt, und die Einschränkungen dieser Autonomie, unter anderem dieser Erlass, sind es ebenfalls. Und Sie werden sich nicht aussuchen, welche Gesetze Sie zu befolgen belieben und welche nicht.“

Selbstverständlich durchschaute McGonagall, dass Roy das Gespräch von seinem eigenen Verhalten ab- und auf das des Ministeriums hinzulenken versuchte.

„Verzeihen Sie bitte, Frau Professor, aber soweit ich unterrichtet bin, haben Sie selbst sich sehr wohl schon einmal die Freiheit genommen, Anweisungen des Ministeriums unter Berufung auf deren Rechtswidrigkeit zu missachten, und zwar unter Thicknesse.“

„Auch in noch so geschliffener Sprache, MacAllister, können Sie nicht darüber hinwegtäuschen, dass Sie hier Äpfel mit Birnen vergleichen. Thicknesse war ein Mörder.“

„Der seine Morde auf streng gesetzlicher Grundlage verübte“, erwiderte Roy trocken. „Ich frage mich, was man einer Ministerin zutrauen muss, die Aktenvermerke über die Äußerungen von Elfjährigen anlegen lässt? Ich frage mich, welchen Zweck solche Vermerke verfolgen, wenn nicht den der Überwachung und Einschüchterung? Und ich frage mich, welchen Sinn Überwachung und Einschüchterung haben sollen, wenn das Ministerium nicht irgendwann dazu übergeht, in Fällen von sogenanntem Fehlverhalten Strafmaßnahmen zu verhängen? Wenn die Ministerin, was die logische Konsequenz wäre, demnächst einen Erlass herausgibt, dass solche Schüler der Schule zu verweisen sind: Werden Sie eine solche Anweisung dann auch befolgen?“

„Selbstverständlich nicht!“, fauchte McGonagall empört zurück.

„Sie wollen sich also doch aussuchen, welche Gesetze Sie zu befolgen belieben und welche nicht?“

Ein fast unmerkliches Schmunzeln spielte um McGonagalls Mundwinkel.

„MacAllister, ich weiß, dass man es in Ihrem Alter nicht gerne hört, aber Sie sind noch sehr jung, Sie denken sehr vom Prinzipiellen her. Verstehen Sie mich bitte richtig: Ich will Schüler, die ihren eigenen Kopf zum Denken benutzen, und die nicht alles hinnehmen, was von oben kommt, sondern es kritisch kommentieren. Aber von einem kritischen Kommentar zur Missachtung von Gesetzen ist es ein Riesenschritt. – Ja, ich selbst habe es auch schon getan, aber es bedarf einer gewissen Lebenserfahrung zu beurteilen, wann eine so krasse Ausnahmesituation vorliegt, dass man sich – ausnahmsweise! – über die sonst geltenden Regeln hinwegsetzen muss. Ihr Denkfehler, MacAllister, besteht darin, dass Sie aus dieser manchmal notwendigen Ausnahme ein Prinzip und eine Regel ableiten und damit das Regel-Ausnahme-Verhältnis auf den Kopf stellen wollen.“

„Mit Verlaub, Frau Professor, bis ich so viel Lebenserfahrung habe wie Sie, bevor ich mir ein Urteil erlaube, ist von der magischen Welt nicht mehr viel übrig. Nicht unter der Führung dieser Ministerin.“

McGonagall seufzte etwas genervt. „Ich weiß, dass Sie sie nicht besonders mögen…“

„… was die Untertreibung des Jahres sein dürfte…“

„… aber ich finde Ihre Befürchtungen doch – gelinde gesagt – reichlich übertrieben.“

„Frau Professor, Sie haben eben gesagt, dass krasse Ausnahmesituationen es bisweilen erfordern, die normalerweise geltenden Regeln zu missachten. Nun, seit ihrer Amtsübernahme hat Granger-Weasley eine ganze Reihe von Ausnahmeentscheidungen getroffen. Es ist eine Ausnahme, dass das Ministerium direkt in Hogwarts hineinregiert, das gab es zuletzt unter Thicknesse. Dasselbe gilt für die Überwachung der Äußerungen von Schülern. Dito Muggelkunde als Pflichtfach ab der ersten Klasse. Eine beispiellose Ausnahme ist die Durchsetzung eines Muggels als Hogwarts-Schüler, der arme Wildfellow soll wohl als Versuchskaninchen herhalten. Eine Ausnahme ist, dass das Hogwarts-Unterreferat des Ministeriums um gleich zwei Stufen zur Abteilung aufgewertet und mit wesentlich mehr Personal ausgestattet wurde, das heißt, der Denunziationserlass, von dem wir hier reden, ist nur der Anfang, die Ministerin will im großen Stil Kompetenzen an sich ziehen, die bisher bei der Schulleitung lagen. Ferner ist es eine krasse Ausnahme, dass die Aufgaben der Aurorenabteilung über die Bekämpfung Schwarzer Magie hinaus erweitert wurden. Jetzt sollen auch ‚Todesser‘ verfolgt werden, wobei in Ermangelung eines Voldemorts vollkommen unklar ist, wer oder was darunter zu verstehen sein soll. Im Zweifel werden es wohl alle Zauberer sein, deren Ansichten der Ministerin nicht passen. Und…“

„Woher wissen Sie das alles?“, warf McGonagall erstaunt ein.

„Ich beobachte Granger-Weasley sehr aufmerksam, seit sie vor einem Jahr ins Amt kam, ich habe eigens das Wochenbulletin des Ministeriums abonniert, um auch über solche Entscheidungen auf dem Laufenden zu sein, die nicht im Tagespropheten stehen. Ich habe alle ihre Reden studiert, die sozusagen die Begleitmusik zu ihren Entscheidungen liefern: Zauberer und Muggel müssten in einen Dialog treten, aufeinander zugehen, voneinander lernen und einander bereichern. Was nicht mehr und nicht weniger impliziert als die Aufhebung des Geheimhaltungsabkommens von 1689, selbstverständlich ohne dass dies öffentlich zugegeben würde, und ohne dass erörtert oder gar bewiesen würde, dass die Gründe für diese Geheimhaltung gegenstandslos geworden seien. Passend dazu empfiehlt – oder sollte ich sagen: befiehlt? – die Ministerin die Verwendung von Geschichtsbüchern, in denen die mittelalterlichen Zauberer- und Hexenverfolgungen auf das Fehlverhalten der Magier selbst, also der Opfer, zurückgeführt werden, nicht etwa auf das der Muggel und auch nicht auf die Probleme, die zwangsläufig die Folge sind, wenn Menschen zusammenleben, von denen die einen zaubern können und die anderen nicht. Ferner…“

„Es ist gut, MacAllister“, unterbrach ihn McGonagall und hob beschwichtigend die Hände. „Ich sehe, dass Sie Ihre Hausaufgaben gemacht und sich gründlich informiert haben. Ich gestehe Ihnen auch zu, dass Sie Ihr Urteil nicht leichtfertig gefällt haben, und dennoch bin ich sicher, dass Ihre Schlussfolgerungen voreilig und Ihre Befürchtungen bestenfalls übertrieben sind. Sie werden übrigens sehr bald die Gelegenheit bekommen, die Ministerin selbst darauf anzusprechen. Sie wird übernächsten Sonntag eine wichtige Grundsatzrede halten, und Hogwarts hat die Ehre, Gastgeber dieses Ereignisses zu sein. Sie werden die Ministerin – davon bin ich überzeugt – anders beurteilen, wenn Sie sie persönlich kennengelernt haben. Es ist vorgesehen, dass die Schüler Gelegenheit bekommen, mit ihr zu diskutieren. Bestimmt wird dabei manches… Missverständnis ausgeräumt werden.“

„Bestimmt. Insbesondere das Missverständnis der Ministerin, alle Welt für dumm verkaufen zu können.“

McGonagall schüttelte nachsichtig den Kopf, als wollte sie sagen: Wie kann man nur so stur sein? Ein paar Sekunden lang sah sie Roy nachdenklich und mit einem angedeuteten, nicht übelwollenden Lächeln an.

„Ich bin seit über sechzig Jahren Lehrerin an dieser Schule und habe Zehntausende von Schülern kommen und gehen sehen“, sagte sie schließlich. „Wissen Sie eigentlich, an wen Sie mich mehr als an irgendwen sonst erinnern?“

Roy stutzte, dann zogen seine Augenbrauen sich zusammen: „Sagen Sie jetzt nicht Hermie.“

„Sie sollten unsere Zaubereiministerin etwas respektvoller titulieren, aber ja: Ich meine genau unsere damalige Miss Granger. Sie sind beide muggelstämmig, beide hervorragende Schüler, hochbegabt und hochintelligent, beide in der Bibliothek mehr zu Hause als irgendwo sonst in Hogwarts, beide mit demselben leidenschaftlichen Interesse für Themen, die man in der Muggelwelt wohl ‚politisch‘ nennen würde, beide mit demselben ausgeprägten Verantwortungsbewusstsein, beide zutiefst loyal gegenüber Hogwarts und seinen Regeln, beide aber auch mit der Neigung, sich über diese Regeln hinwegzusetzen, wenn Sie es um einer gerechten Sache willen für notwendig halten.“

„Aber nur eine von uns hat den Ehrgeiz, die Zaubererwelt nach ihren Vorstellungen umzubauen und das Unterste zuoberst zu kehren. Und wenn wir schon bei Vergleichen sind: Es gab noch einen hochbegabten und hochintelligenten Zauberer, der ebenfalls in die Zaubererwelt nicht hineingeboren wurde, aber ihr gegenüber einen fanatischen Macht- und Umgestaltungswillen hatte. Ich spreche von Voldemort.“

„MacAllister, der Vergleich ist absurd und geschmacklos!“

„Warum? Weil ihre Diktatur auf Filzlatschen dahergeschlichen kommt, statt auf Stiefeln hereinzupoltern?“

„Sie vergleichen schon wieder Äpfel mit Birnen.“ McGonagall seufzte. „MacAllister, ich weiß Ihre freimütige Art und sogar Ihren querköpfigen Eigensinn zu schätzen und habe Sie unter anderem deshalb nochmals als Vertrauensschüler für Slytherin durchgesetzt – was nicht ganz leicht war.“ Den letzten Halbsatz hatte sie besonders betont. „Sie haben ein beispielloses Talent, Ihren Lehrern den letzten Nerv zu töten, auch mir. Hier enden auch die Gemeinsamkeiten mit Hermine Granger, die ein ebensolcher Alleswisser war wie Sie und jede Prüfung mit Bravour bestanden hat – wie Sie. Aber im Gegensatz zu Ihnen hat sie ihr Wissen in den Unterricht eingebracht, während Sie fortlaufend so tun, als ginge er sie nichts an, Sie beteiligen sich einfach nicht.“

„Wozu auch?“, fragte Roy verwundert. „Der Unterricht findet doch auch ohne mich statt. Und wenn ich gefragt werde, weiß ich doch alles.“

McGonagall verdrehte die Augen zur Decke. „Wissen Sie eigentlich, wie arrogant das wirkt?“

„Aber es stimmt nicht ganz. Ab und zu melde ich mich Unterricht durchaus zu Wort.“

„Ja, aber nur, um Ihren Lehrern zu widersprechen!“

„Na ja“, Roy zuckte mit den Schultern. „Wenn sie es verdient haben…“

McGonagall musste sich zurücklehnen und zweimal tief durchatmen, um ihre Fassung wiederzugewinnen.

„MacAllister, Sie sind einer der begabtesten Schüler Ihrer Generation. Sie brauchen nur zu wollen, und alle Türen stehen Ihnen offen. Normalerweise wäre es eine bare Selbstverständlichkeit gewesen, Sie zum Vertrauensschüler zu ernennen. Aber mit Ihrer Arroganz, Ihrer Renitenz, Ihrer Impertinenz und Ihrer Daueropposition gegen alles, was aus dem Ministerium kommt, haben Sie das halbe Kollegium, einschließlich Ihres Hauslehrers, gegen sich aufgebracht. Sie schaffen es sogar, sich noch mit einigen Ihrer herausragenden Leistungen unbeliebt zu machen. Ich erinnere an die Arbeit, die Sie im vergangenen Schuljahr in Muggelkunde über die Beziehungen zwischen Hexern und Muggeln in Afrika geschrieben haben. In ihrer Art eine brillante Analyse, und ich stehe zu der Auszeichnung, die ich Ihnen dafür verliehen habe. Aber Ihr Lehrer meinte, er hätte Ihnen das Thema nicht gestellt, wenn er gewusst hätte, was Sie daraus machen.“

Roy grinste: „Allzu brillante Analysen – Verzeihung, ich habe Sie nur zitiert – sind wohl unerwünscht, namentlich in Muggelkunde?“

McGonagall tat, als hätte sie den Einwurf nicht gehört. „Sogar das hohe Ansehen, das Sie bei Ihren Mitschülern genießen, an sich ein erstklassiges Argument für Sie, spricht in den Augen vieler Kollegen gegen Sie. Sie fürchten, dass Sie einen – unheilvollen Einfluss ausüben.“

„Unheilvoll für wen? Für meine Mitschüler oder für die Umerziehungspläne einer dazu nicht befugten Ministerin?“

McGonagall war mit Leib und Seele Lehrerin, und Geduld war eine ihrer größten Tugenden, aber dieser MacAllister…

„Verstehen Sie denn nicht, MacAllister, es geht nicht um die Ministerin, es geht um Sie, Ihre Zukunft und Ihre Karriere, die ebenso glänzend sein könnte wie die von Granger, die Sie aber drauf und dran sind sich mit Ihrer sturen, sinnlosen Rebellion zu verbauen! Ich persönlich glaube nach wie vor an Sie, ich glaube an Ihre Fähigkeiten und ich glaube vor allem an die Lauterkeit Ihres Charakters. Ich weiß aber nicht, ob ich Sie im nächsten Jahr noch einmal als Vertrauensschüler durchsetzen kann, ich musste diesmal schon meine ganze Autorität aufbieten, denn – ich sage es nochmals – man fürchtet den Einfluss, den Sie ausüben!“

Roy überlegte einen Moment. „Ist das der Grund, warum man mir Patty Higrave zur Seite gestellt hat, Hermies Musterschülerin? Als Gegengewicht? Als Aufpasserin mit direktem Draht ins Ministerium? Sozusagen als amtlich bestallten Anstandswauwau?“

McGonagalls Augen verengten sich, ihr Mund wurde schmal.

„Ich glaube nicht, dass es Ihnen zusteht, Entscheidungen der Schulleitung in diesem Ton zu kommentieren. Zehn Punkte Abzug für Slytherin für Ihre Unverschämtheit!“

Kurzes Schweigen. Dann fragte Roy: „Und wie viele Punkte Abzug dafür, dass ich Malfoy nicht verpfiffen habe?“

McGonagall starrte auf das Pergament, das immer noch vor ihr lag, und Roy hätte schwören können, einen gewissen Ekel auf Ihrem Gesicht zu lesen. Schließlich sagte sie:

„Keinen. Sie haben ihn zurechtgewiesen, damit haben Sie dem Erziehungsauftrag der Schule Genüge getan. Ich belasse es bei einem Tadel.“

„Und Malfoys Verhalten“ – zum ersten Mal sprach Roy leise, und seine Stimme klang mit einem Mal bittend – „wird nicht ans Ministerium gemeldet?“

Wieder schwieg McGonagall, wieder blickte sie auf das Pergament, dann sagte sie mit Nachdruck: „Nein.“

Roy atmete auf. Darf ich Sie küssen, Frau Professor?, hätte er am liebsten gefragt. Laut aber sagte er nur: „Danke.“

„Sie können gehen, MacAllister.“

2 Gedanken zu „4 – Hermine

  1. Das Hermione-Gespräch ist mir zu sehr Holzhammer. Es ist zu offensichtlich, wem die Sympathie des Autors gilt. McGonagalls Gespräch mit Manfred McAllister dagegen großes Kino.

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